Gasohol, motorenschädlich oder nicht?

Bei dem in Thailand angebotenen Treibstoff - Gasohol – handelt es sich um ein Gemisch aus herkömmlichen Kraftstoff und Ethanol. Der Ethanolanteil dabei liegt hier in Thailand bei 10%. Es taucht immer wieder die Frage auf, kann ich mit meinem Fahrzeug Gasohol tanken oder schadet das meinem Motor? Diese Frage wollen wir heute versuchen zu beantworten.

Je höher der Anteil von Ethanol in einer Benzin-Ethanol-Mischung, umso weniger ist er für unmodifizierte benzinbetriebene Motoren geeignet. Reines Ethanol reagiert mit oder löst Gummi sowie andere Kunststoffe und darf daher nicht in unveränderten Fahrzeugen verwendet werden. Außerdem hat reines Ethanol eine höhere Oktanzahl als übliches Benzin, was eine Änderung des Zündzeitpunkts ermöglicht. Wegen des geringeren Heizwertes sind, um ein reines Benzin-Auto in ein Auto für reines Ethanol zu verwandeln, größere Einspritzdüsen (ungefähr 50% größer) erforderlich.

Reine Ethanolmotoren benötigen auch ein Kaltstart-System, um bei Temperaturen unterhalb 13 °C eine vollständige Verdampfung des Kraftstoffs in der Kaltlaufphase sicherzustellen. Bei 10 bis 30 % Ethanol-Anteil im Benzin sind gewöhnlich kaum Umbaumaßnahmen notwendig. Viele Autos können mit diesen Mischungen sehr zuverlässig fahren.

Was sagen die Autohersteller?

Alle großen Autohersteller garantieren eine störungsfreie Funktion des Motors bis zu einem Anteil von 10% Ethanol, dies gilt zumeist für Fahrzeuge ab Baujahr 2002-2004. Seit 1999 werden eine zunehmende Anzahl von Fahrzeugen in der Welt mit Motoren ausgerüstet, die mit jedem möglichen Gemisch aus Benzin und Ethanol von 0 % Ethanol bis zu 100 % Ethanol ohne Änderung betrieben werden können.

Was heißt das nun in der Praxis?

Für die Motoren hier in Thailand ist grundsätzlich zu sagen, dass der Benzinverbrauch von mit Gasohol betriebenen Fahrzeugen geringfügig höher ist. Das resultiert aus dem schlechteren Verbrennungsverhalten des Gasohols im noch nicht betriebswarmen Motor. Bei Fahrzeugen die noch keine elektronisch gesteuertes Gemischaufbereitungssystem haben, z.B. Vergasermotoren kann es auch zu einem unrunderen Leerlauf in der Kaltlaufphase führen.

Gibt es tatsächliche Schäden am Motor?

Was ist jedoch mit tatsächlichen Schäden am Motor durch den Gebrauch von Gasohol. Grundsätzlich kann man sagen, dass Gasohol dem Motor im mechanischen Bereich nicht schadet. Anders verhält es sich mit allen Dichtungsmaterialien die mit dem Gasohol oder nach der Gemischaufbereitung mit dem Gashol-Benzin-Luftgemisch in Berührung kommen. Hier sind insbesondere zu nennen, Benzinleitungen vom Tank zum Motor aus Gummi, alle Gummidichtungen im Ansaugtrakt und die Ventilschaftabdichtungen im Zylinderkopf. Alle diese Bauteile unterliegen schon wegen dem ständigen Kontakt mit Benzin einem gewissen Verschleiß, welcher jedoch durch das Ethanol beschleunigt wird. Die verwendeten Gummimischungen, insbesondere in den Baujahren vor 2000, sind gegen das aggressivere Ethanol noch nicht resistent.

Durch den sehr geringen Anteil von Ethanol im Kraftstoff ist dies jedoch ein schleichender Prozess. Bei einem älteren Fahrzeug kann er sich aber durchaus innerhalb weniger Monate durch zunächst undichte Leitungen oder Dichtungen bemerkbar machen.

Teuer wird bei so einem Schaden eine Reparatur, wenn dabei Dichtungen im Motor oder im Zylinderkopf betroffen sind. Hier sind an ersten Stelle die Ventilschaftabdichtungen im Zylinderkopf zu nennen. Diese sind dafür zuständig, dass das im Zylinderkopf befindliche Motoröl bei jedem öffnen und schließen des Einlaßventiles abgestreift wird. Ist diese Dichtung defekt verbrennt der Motor bei jedem Zündvorgang geringe Mengen Motoröl was zu Ölkohleablagerungen im Verbrennungsraum und einem höheren Ölverbrauch führt. Der Austausch dieser Dichtung bedarf in der Regel die Abnahme und vollständige Zerlegung des Zylinderkopfes und ist daher Kostenaufwendig.

Abschließend kann gesagt werden, je älter das Fahrzeug ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit von Dichtungsschäden, mechanisch jedoch stellt das Gasohol keine Gefahr für den Motor dar.

 
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