Wozu in Thailand Frostschutzmittel im Kühler???
Frostschutzmittel für Kühler, z.B. Glysantin, ist nicht nur ein Mittel um das Einfrieren des Kühlwasser und damit verbundene Motorschäden zu verhindern. Das Frostschutzmittel hat auch gleichzeitig eine korrosionshemmende Wirkung was insbesondere für alle Leichmetallbauteile in einem Motor, welche mit dem Kühlwasser in Verbindung kommen, sehr wichtig ist. Hier sind vor allem der Zylinderkopf und alle Schlauchanschlüsse der Kühlerschläuche genannt.
Durch immer wieder auftretende Erhitzung und Abkühlung des Kühlwasser entsteht Korrosion im Kühler. Die gelösten Feststoffe von Kupfer und Messing treiben als Schwebstoffe durch das Gesamte Kühlsystem und zersetzten mit der Zeit von innen die Aluminiumbestandteile des Motors. Dies wird durch die korrosionshemmende Wirkung von Glysantin verhindert.
Glysantin selbst ist ein Markenname der BASF. Es war das erste Kühlerschutzmittel auf dem Markt und wurde 1926 von dem Chemiker Dr. Jordan entwickelt und 1929 zum Patent angemeldet. Je nach dem Verdünnungsgrad mit Wasser ist das Mittel bis unter -40 Grad Celsius frostsicher. Zudem schützt es vor Korrosion. Wegen dieser Vorteile wird es anstatt von Wasser in Wasserkühlungen, insbesondere in Kraftfahrzeugen eingesetzt. Alle heute angebotenen Kühlerfrostschutzmittel basieren auf der Zusammensetzung von Glysantin
Die zum effizienten Wärmetransport notwendige Wärmekapazität wird nur erreicht, wenn ausreichend Wasser in der Flüssigkeit vorhanden ist. Wasser ist einer der Stoffe mit der höchsten Wärmekapazität. Wenn nicht gerade eine gebrauchsfertige Mischung (Ready Mix) verwendet wird, sollte - abhängig von der gewünschten Frostsicherheit - höchstens ein Teil Glysantin auf ein Teil Wasser hinzugefügt werden (ideal 1:1 bis 1:2 Glysantin/Wasser).
Zusammensetzung, Giftigkeit
Glysantin enthält Ethylenglycol, einen geruchlosen, süßlich schmeckenden Alkohol, der z.B. für Haustiere eine Verlockung darstellt. Nur wenige Milliliter genügen für eine Vergiftung; aufgeschlecktes Ethylenglycol führt im Körper zur Bildung von Kristallen, die hauptsächlich Nieren und Gehirngefäße schädigen. Vergiftungsanzeichen zeigen sich, je nach Giftmenge, ein bis sechs Stunden nach der Giftaufnahme; sie reichen von torkelndem Gang über Erbrechen, beschleunigte Atmung und Krämpfe bis hin zu Bewußtlosigkeit und Tod.
Erste Hilfe: Arzt rufen! Erbrechen, Magen auspumpen, Aktivkohle zu sich nehmen.
Glysantin wird unberechtigterweise mit einem Lebensmittelskandal in Österreich in Verbindung gebracht. Österreichische Winzer hatten unzulässigerweise ihren Wein mit dem süßlich schmeckenden Diethylenglykol gepanscht, um ihn weniger sauer schmecken zu lassen . Diethylenglykol ist kein Bestandteil von Glysantin. Glysantin ist grundsätzlich mit einem starken Bitterstoff versetzt, der das Verschlucken so gut wie unmöglich macht.
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