Antriebswelle und Kardanwelle im Kraftfahrzeug
Die Antriebswelle (Abb.1) ist ein Bauteil der Kraftfahrzeugtechnik und dient der Kraftübertragung zwischen dem Getriebe und dem Antriebsrad bei Fahrzeugen mit Frontantrieb. Sie stellt somit einen Teil des Antriebsstrangs dar.
Um den Einfederungsbewegungen und dem Lenkeinschlag folgen zu können, sind Gelenke vorhanden, weshalb auch der Begriff Gelenkwelle verwendet wird. Aufgrund der teils sehr hohen Belastung bei der Beschleunigung unterliegen Antriebswellen einem Verschleiß, der oft einen mehrmaligen Austausch während eines Autolebens erfordert. Typische Verschleißzeichen sind Knackgeräusche beim Lastwechsel und starken Lenkeinschlag.
Zum Schutz sind Gummimanschetten über den mit Dauerschmierung (MoS₂ Schmierfett) versehenen Gelenken angebracht. Eine Sichtkontrolle dieser Manschetten als regelmäßige Wartungsarbeit ist sehr ratsam. Poröse Manschetten sollten zeitnah ausgetauscht werden; reißen diese ein, wird im Fahrbetrieb das Schmierfett herausgedrückt und Schmutz und Wasser beschädigen die Gelenke. Im Extremfall können somit während der Fahrt die Achswellen "abreißen" und zu großen Schäden am Fahrzeug führen.
Gelenkwellen für Pkw werden in der Regel auf eine Laufleistung von 150.000 - 200.000 km ausgelegt. Die Kardanwelle ist eine Sonderform der Gelenkwelle und wird zur Übertragung der Drehbewegung bei Kraftfahrzeugen mit Heckantrieb zwischen Getriebe und Hinterachsdifferential benutzt. Sie überbrückt die Strecke zwischen Drehmomenterzeugung (Getriebe) und dem Ort, an dem das Drehmoment benötigt wird (Differential).
Die Kardanwelle muss in der Lage sein während der Drehung zwischen den beiden Wellenenden ihren Abstand zu ändern. So ändert sich z.B. die Lage des mit der Antriebsachse bewegten Differentials zum Getriebe durch die Federung des Fahrzeuges. Diese Längenänderung wird mit einem Schiebestück ermöglicht welches in der Regel in der Mitte der Kardanwelle angebracht ist. Ebenso findet noch ein oder mehrere, sogenannter Kreuzgelenke (Abb.2), Verwendung. Diese Gelenke haben die Aufgabe Höhenunterschiede zwischen Getriebe und Hinterachsdifferential, welche beim Einfedern der Hinterachse entstehen, auszugleichen.
Als Schwingungsdämpfer ist zwischen Getriebe und Kardanwelle noch die sogenannte Hardyscheibe montiert. Diese hat die Aufgabe das Drehmoment bei Lastwechseln “weich” vom Getriebe auf das Hinterachsdifferential zu übertragen.
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